Zweiklassen Gesundheitssystem

OP

Das Zweiklassensystem unseres Gesundheitswesens ist derzeit wieder heftig in der Diskussion. Die Gesundheitsministerin hat verkündet, dass sie es abschaffen will. Aber worum geht es eigentlich?

Es wird behauptet, dass Privatpatienten viel kürzer warten müssen, als Kassenpatienten. Der Grund dafür ist aber nicht, dass die Privatpatienten oder Ihre Versicherungen so gut bezahlen. Es liegt daran, dass die Gebietskrankenkassen nicht bereit sind, Verträge mit Niedergelassenen Ärzten in ausreichender Zahl abzuschliessen. Andererseits sind die Vergütungssätze sehr gering. Das veranlasst viele Ärzte ohne Kassenvertrag zu arbeiten.

Wenn ein Arzt ohne Kassenvertrag arbeitet, muss er sich an die Gesetze des freien Marktes halten und dabei ist der wichtigste Grundsatz, dass er auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen muss. Anders als die GKK – die kann sich darauf verlassen, dass Beiträge gezahlt werden – den die Bürger sind dazu verpflichtet.

Jeder ist gleich – aber nicht jeder ist gleich

Die Vergütungen der Kassenärzte ist für jede Leistung gleich. Egal ob ein Arzt das so schnell wie möglich macht und nur das notwendigste investiert oder ob ein Artzt die neueste Technik hat, jahrelange Erfahrung, laufend freiwillige Weiterbildungen besucht und sich besonders viel Zeit nimmt. Das ist doch nicht gerecht?

Geht ein Patient zu einem Wahlarzt, können Patienten den Arzt aussuchen, der Ihren Bedürfnissen entsprich. Wer einen Arzt will, der besonders viel Zeit nimmt, bei dem man besonders schnell dran kommt oder der die neueste Technik hat.

Ich gehe beispielsweise zu einem Zahnarzt, der statt einem Bohrer einen neuartigen Laser verwendet. Das ist für mich als Patient ein Vorteil – doch dieses Gerät ist extrem teuer – darum muss auch die Behandlung teurer sein.

Mit den Langen Wartezeiten in Spitälern hat das Zweiklassensystem gar nichts zu tun. Dabei geht es nur darum, dass die Krankenhauserhalter – also die Länder – und die Gebietskrakenkassen nicht bereit sind die ausreichende Zahl an Fachärzten einzustellen und gerecht zu entlohnen.

Würde man jeden Arzt zwingen einen Kassenvertrag abzuschliessen – was ohnehin vermutlich aus europarechtlicher Sicht rechtlich gar nicht möglich ist – ändert sich an dieser Problematik rein gar nichts.

All jene Patienten, die dann trotzdem mehr wollen, als ein Kassenarzt leisten darf würden ins benachbarte Ausland gehen, um dort eine Behandlung nach Ihren eigenen Wünschen zu bekommen – auch wenn diese mehr kostet.